Pressemitteilung 
20. Mai 2019 - sofort frei



 

 

 

ACATIS Investment Kapitalverwaltungsgesellschaft mbH
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Dr. Claudia Giani-Leber
ACATIS Investment
Kapitalverwaltungsgesellschaft mbH
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16. ACATIS-Value-Konferenz in
Frankfurt am Main am 17. 5. 2019

Schöne neue Welt – es kommt darauf an, sie zu verändern

In die Gewinner von morgen investieren

Alte Kennziffern nicht mehr belastbar,
Konsumgüter schwanken

Technologie ist neutral – Nutzung kann gut oder schlecht seinn

Frankfurt am Main, 20. Mai 2019 (mpr) – „Technologie kann die Welt besser machen als guter Wille. Manche richtige Lösungen sind investierbar, bieten einen guten Gegenwert – Value – und sind kompatibel mit Nachhaltigkeitszielen.“ So fasste Gastgeber Dr. Hendrik Leber die Vorträge und Diskussionen der 16. ACATIS-Value-Konferenz in Frankfurt am Main am 17. Mai 2019 mit rund einhundertachtzig institutionellen Investoren zusammen.

Die Kapitalverwaltungsgesellschaft ACATIS Investment mit einem Anlagevermögen von über 6 Mrd. EURO und rund 40 Mitarbeitern widmet sich dem Value-Investing und veranstaltet die jährliche Value-Konferenz zum Zwecke des Ideenaustauschs in der Investmentbranche. In diesem Jahr ging es vorrangig um Risiken und Chancen in einer technologiegetriebenen „schönen neuen Welt“ aus dem Blickwinkel wertorientierten Investierens, in Anlehnung an den vor rund neunzig Jahren geschriebenen Roman von Aldous Huxley. Von der Textanalyse über Cyber-Unsicherheit, Krebsdiagnose und weißer Biotechnologie bis hin zu Klimawandel und Artenvielfalt spannte sich der Themenbogen.

Schöne neue Welt

Leber skizzierte gewaltige technologische Veränderungen in exponentieller Beschleunigung – „eine kambrische Explosion des Wissens, der Lebensweise und der Unternehmen. Gleichzeitig gehen wir mit einigen Ressourcen der Erde grob fahrlässig um.“ Als Investor prüft er, wie er von den positiven Entwicklungen profitieren und dazu beitragen könne, die negativen Auswirkungen unter Kontrolle zu halten.

„Tatsächlich wurden Hunger und Armut auf der Welt in den vergangenen Jahrhunderten weniger, Bildung und Friedfertigkeit besser. Durch Technologien potenzieren sich nun die Veränderungen der Welt; für uns ergeben sich daraus Investitionsmöglichkeiten“, so Leber, zumal alte Profitburgen aus der Konsumgüterindustrie wie Kraft-Heinz schwächeln. „Unsere Auswertungen von über viertausend Unternehmen zeigen aber, dass Firmen mit einem hohen Anteil nachhaltiger Produkte tendenziell positiver als andere performen.“

„Zukunftsinvestitionen können wertorientiert sein; Value bedeutet nicht Wohlfühlinvestment. In einer disruptiven Welt trauen wir vielen Unternehmen kein langfristiges Wachstum zu, sondern suchen mehr denn je nach unterbewerteten Firmen, den Gewinnern von morgen, um unsere Mittel in neue Chancen zu investieren.“ Alte Kennziffern seien auch nach Meinung von Value-Altmeistern wie Warren Buffett nicht mehr belastbar.

Leber wählte als Basis für seinen Einführungsvortrag bewusst die UN-Nachhaltigkeitsziele (SDG, Sustainable Development Goals) aus, angefangen bei Armut, Hunger, Gesundheit und Bildung, und glaubt die Menschheit an vielen Stellen auf dem richtigen Weg. Defizite sieht er bei Wasser und Sanitätsversorgung, wachsender Ungleichheit, Klimawandel, Ozeanen und Landökosystemen.

Textanalyse im Portfoliomanagement

Die Auswertung von Informationen als Voraussetzung für erfolgreiches Value-Investieren ist denn auch eine der Aufgaben, denen sich ACATIS intensiv widmet. Dr. Jörg Hering, wissenschaftlicher Mitarbeiter bei ACATIS, berichtete über Details. US-Unternehmen veröffentlichen jedes Jahr tausende Jahresberichte, Quartalsberichte und Ad-Hoc-Mitteilungen mit wichtigen Unternehmensinformationen. Neben Finanzkennzahlen enthalten die Berichte lange Texte über die aktuelle Lage des Unternehmens, laufende Produktentwicklungen sowie über zukünftige Chancen und Risiken.

ACATIS nutzt eigens entwickelte Algorithmen und Hochleistungscomputer für die automatisierte Textanalyse, um diesen Schatz an Informationen schnell zu heben und auszuwerten – in einer Sekunde beispielsweise den 300-Seiten-Jahresbericht von Coca-Cola. Werkzeuge der Künstlichen Intelligenz erkennen Muster in den Geschäftszahlen und den Texten, um die zukünftigen Gewinner zu identifizieren – „allein 200.000 Jahresberichte prognostizieren ausreichend zuverlässig künftige Aktienrenditen, Unternehmensgewinne und Dividendenzahlungen, und wir können auch zeigen, dass Manager heute negative Informationen in Jahresabschlüssen nicht mehr verstecken können“, so Hering. „Mit der Textanalyse ergänzen wir die klassische Kennzahlen- und Fundamentalanalyse.“ In Zukunft will ACATIs weitere Informationsquellen in anderen Sprachen erschließen und mit verbesserten Analysemodellen in Echtzeit automatisiert die besten Investmentmöglichkeiten identifizieren.

Überwacht und überflüssig?

Die Analyse ohnehin veröffentlichter Geschäftsberichte ist das eine, das Ausspionieren von Firmengeheimnissen oder einzelner Menschen das andere. Der Hacker, IT-Sicherheitsexperte und Publizist Frank Rieger, Sprecher des Chaos Computer Club, warf die Frage auf, welchen Platz die Menschen in der neuen Welt aus lernenden Maschinen, allgegenwärtigen Kameras und Mikrofonen, automatischen Autos und jobfressenden Robotern haben. Zu allem Überfluss sei die schöne Digitalwelt auf dem sandigen Boden unsicherer, angreifbarer Technologien gebaut. „Aber technikverweigerndes Eremitentum ist kein sinnvoller Ausweg aus den vielfältigen Problemkonstellationen. Es gibt intelligentere Wege, damit umzugehen.“ Veraltete Soft- und Hardware werde allenthalben noch eingesetzt, ob in Krankenhäusern, Verwaltung oder Firmen. Sicherheitslücken werden teuer, wie der Fall der dänischen Reederei Møller-Mærsk im Juni 2017 zeigte: 300 Millionen US-Dollar Schaden dadurch, dass der Konzern tagelang nicht wusste, wo seine 160.000 Container standen. Die Hacker waren durch eine von der Reederei verwendete ukrainische Buchhaltungssoftware in das Netzwerk eingedrungen und hatten Erpressungstrojaner platziert. „Ist es vor diesem Hintergrund eine gute Idee, Autos autonom fahren zu lassen?“ fragt Rieger nicht ohne Grund. „Interessant für Investoren werden Firmen, die sicherheitsentscheidende Hard- und Software von Grund auf neu, schnell, strukturiert und damit auditierbar entwickeln können.“ Denn öffentlich bekannte IT-Sicherheitsprobleme von Firmen seien mittlerweile kursrelevant – „also müssen die Unternehmen nachrüsten und hier investieren.“

IT-Abteilung von Hackern trainieren

Den eigenen Status ihrer Cybersicherheit können Unternehmen praxisnah mit bestellten Hacker-Angriffen testen. ACATIS hat dies von Code White mit den realen Methoden echter Hacker tun lassen und weiß jetzt, wo Schwachstellen liegen. David Elze, Geschäftsführer und Chief Operating Officer der Code White GmbH, zeigte an Beispielen, wie reale Angreifer vorgehen, wo die wahren Problemfelder bei der Verteidigung gegen solche Angriffe liegen und welche Strategien helfen können. „Phishing-Mails, ob mit oder ohne Anhang, und Webseitenbesuche von Mitarbeitern reichen meist schon aus“, so Elze. Sprich: Menschliche Fehler sind ein wichtiges Einfallstor der Hacker. „Compliance hilft nicht viel, denn Angreifer sind kreativ und chaotisch, sie denken anders als Firmenmitarbeiter.“ Auch rohe Rechengewalt hilft: „Unsere Systeme können 330 Milliarden Passwörter pro Sekunde durchprüfen, und wenn die Verteidiger nach einigen Dutzend Versuchen die Passwort-Versuche abblocken, prüfen wir Standardpasswörter gegen alle denkbaren E-Mail-Adressen.“ Manchmal dauere es durchaus lange, Firmennetze zu knacken, aber spätestens über schwach abgesicherte Tochter- und Partnerfirmen gelänge es dann doch. Eine leichte Besserung auf Firmenseite sei aber festzustellen: die durchschnittliche Zeit, in der ein Angreifer sich unerkannt im Firmennetzwerk bewegen könne, sei von 100 auf 78 Tage zurückgegangen. Und viele seiner Kunden, so Elze, seien nun deutlich besser in der Lage, Eindringlinge frühzeitig selber zu entdecken.

Personalisierte Krebstherapie mit Mikrofluidtechnik

Doch es gibt in der schönen neuen Welt auch Bereiche, bei denen über positive Entwicklungen berichtet werden konnte. Dr. Christoph Merten, EMBL European Molecular Biology Laboratory, Heidelberg: „Eines der größten Probleme bei der Krebstherapie ist, dass Patienten auf Medikamente unterschiedlich gut ansprechen. Wir haben 3D-lithografisch gedruckte Chips und ein Gerät entwickelt, mit dem die Wirksamkeit von vielen verschiedenen Medikamenten schnell und kostengünstig direkt auf Tumormaterial von Patienten getestet werden kann.“ Durch die Verwendung dieser mikrofluidischen Technologie sollen winzige vom Patienten stammende Gewebeproben ausreichen, um achthundert Proben pro Sekunde automatisiert zu testen und so die beste Therapieoption zu ermitteln. Die Technologie soll 2020 über das geplante Spin-Off Velabs Therapeutics GmbH kommerzialisiert und 2021 in klinischen Studien mit der Uniklinik der RWTH Aachen erprobt werden. Angepeilt sind Ergebnisse innerhalb 24 Stunden zu Kosten von unter 130 EURO pro Patient.

„Grundsätzlich können wir mit dieser Diagnostik weitere Krankheiten angehen, denn bei den meisten Menschen produziert der eigene Körper die richtige Medizin in Form von Antikörpern selber.“ Welche die richtigen seien, die dann im Labor vermehrt und in den Körper zur Therapie zurückgeführt werden können, werde auch mit Mikrofluidik ermittelbar sein.

Die Welt aus dem Bioreaktor

Wie seltene und teure Aroma- und Geschmacksstoffe ressourcenschonend in großen Mengen erzeugt werden können, zeigte Oliver Walker, CEO des Schweizer Unternehmens Evolva. Seit Jahrtausenden nutzen Menschen Hefen, um Brot, Bier und Wein zu produzieren. Mit gentechnisch veränderter Bäckerhefe kann Evolva neu entdeckte Stoffe, die in der Natur selten und in zu schwacher Konzentration vorkommen, in Bioreaktoren erzeugen. Konkret werden bereits nach einem von Evolva entwickelten Verfahren naturidentische Süßstoffe der Stevia-Pflanze von dem US-Unternehmen Cargill in hoher Konzentration und Reinheit erzeugt, die dann für kalorienfreie Getränke verwendet werden. Aromen, Anti-Aging-Nahrungsergänzungsmittel und Insektizide sind weitere naturidentische Produkte, die gezielt in Fermentern erzeugt werden. „Wir beseitigen Lieferengpässe der Natur“, so Walker, der allerdings einräumte, dass sein Unternehmen auch nach 14 Jahren die Gewinnschwelle noch nicht erreicht hat. Die Investoren hätten jedoch die weitere Finanzierung bis zum Erreichen der Gewinnschwelle gesichert.

Herausforderung Klimawandel - Fernwirkungen im System Erde

„Noch nie ging es uns so gut wie heute, aber Natur ist die limitierende Ressource.“ Daran erinnerte Prof. Andreas Mulch, stellvertretender Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung in Frankfurt am Main. „Klimawandel und Biodiversitätsverlust sind zu Schlüsselthemen für die Entwicklung unserer globalisierten Gesellschaft geworden. Eine der großen Herausforderungen liegt in der räumlichen Trennung von Ursachen und Wirkung im ‚System Erde‘. Solche Fernverbindungen finden sich im Klimasystem sowie in der Verteilung von Produktionsorten und Verbrauchermärkten.“ Schließlich seien europäische Verbraucher letztlich die Ursache für viel Kohlendioxid, das bei der Produktion der Güter in China erzeugt werde. Naturwissenschaftliches Fach- und Entscheidungswissen sei nötig, um im Sinne eines Erdsystem-Managements sinnvolle Schritte für einen nachhaltigen Umgang mit unserem Planeten einzuleiten. „Wir brauchen eine wissensbasierte Debatte, welche Auswirkungen des Wandels wir zu tragen bereit sind. Für einen Wissenschafts‐ und Technologiestandort wie Deutschland ist Zögern eine der schlechteren Optionen.“ Letztlich ließen sich die Probleme nur mit einem global funktionierenden Wirtschaftssystem lösen, das alle externen Kosten internalisiere, etwa in Form von handelbaren Verschmutzungs- oder Verbrauchszertifikaten.

Den Wert von Biodiversität könne man mancherorts an konkreten Beispielen schon direkt ablesen: „Wenn Menschen Kirschblüten bestäuben müssen, weil die Bienen ausgestorben sind, dann haben wir ein Systemproblem. Wir können nur mit der Natur sinnvoll weitermachen, nicht gegen sie.“

Weitere Auskünfte über die Value-Konferenz erteilt die
ACATIS Investment Kapitalverwaltungsgesellschaft mbH,
E-Mail anfragen@acatis.de, Tel. 069 / 97 58 37 77.

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Acatis-Value-Konferenz

ACATIS-Value-Konferenz am 17. Mai 2019 in Frankfurt am Main
Foto: ACATIS, Veröffentlichung frei in Verbindung mit Berichterstattung über ACATIS.

 

Dr. Hendrik Leber
Dr. Hendrik Leber, Geschäftsführender Gesellschafter ACATIS.
Foto: ACATIS, Veröffentlichung frei in Verbindung mit Berichterstattung über ACATIS.

 

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Antwortabschnitt - ACATIS-Value-Konferenz

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